Großer Bahnhof am Kai: Rike J in Wilhelmshaven getauft

Geschrieben am 18.01.2026
von hg


Gleich auf Anhieb brachte Taufpatin Friederike Rolfs die Champagnerflasche am Bug der Rike J zum Zerplatzen. Das soll, folgt man dem Schifferglauben, der Crew für alle Zeit Glück auf allen Reisen geben. Synchron dazu enthüllte sich der Namenszug, der bis zu diesem besonderen Moment verhüllt war. Den obligatorischen Taufspruch brachte die Patin souverän und zweisprachig unter dem Beifall der Gäste aus.


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Taufpatin Friederike Rolfs erledigte ihre Aufgabe souverän und mit Charme

 

Nur für ein paar Stunden war die Rike J in Wilhelmshaven an der Kaje vertäut. Aber lange genug, um Zeit für eine traditionelle Taufzeremonie zu haben. Denn diese waren bei den Harener Schiffern in letzter Zeit selten geworden. Umso größer die Freude, nun eine große Zahl an Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Freunden und Familienmitgliedern nach Wilhelmshaven einzuladen. Mit dabei war auch geistlicher Beistand aus der Heimat: Pastor Frank Rosemann segnete das Schiff und erbat für die Besatzung Gottes Segen.

Dabei ist die Taufe der Rike J der Auftakt für gleich zwei Neuigkeiten. Für die Reederei Jüngerhans ist es das erste von geplant drei baugleichen Schiffen der ENVIRO-Serie, die mit 155 m Länge und 24,5 m Breite eine Ladefähigkeit für 1208 Standardcontainer (TEU) haben. Es ist aber auch das erste Schiff einer Reihe von 18 Einheiten, die in gemeinsamer Aktion von sechs Reedereien entwickelt und bei der chinesischen Werft Jiangsu Dajin Heavy Industry in Auftrag gegeben wurde. Diese Schiffe mit einer Gesamtinvestition von fast 500 Mio. Euro sollen in den kommenden zwei Jahrengebaut und in Dienst gestellt werden. Neben den Harener Reedereien Jüngerhans, Wessels und HS Bereederung sind Wegener aus Jork und Visser Shipping (NL) Teil dieser Initiative.

Die Schiffe der ENVIRO-Serie zeichnen sich durch einen besonders kraftstoffeffizienten Betrieb (Prognose: minus 50 %) mit reduzierten Emissionen aus. Zugleich sind sie vorbereitet für den Einsatz anderer Kraftstoffe wie zum Beispiel Methanol und gelten somit als „Future-Ready“.   

Die Jungfernreise der Rike J unter Kapitän Vorona, Chief Engineer Fomin sowie seiner vielköpfigen Crew begann nur ein paar Stunden nach der Taufe. Sie führt den Neubau nach Irland.

Auch der Emsblick wünscht der Rike J allzeit eine sichere Fahrt und stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.



Geschafft: Patin und Gäste freuen sich über eine gelungene Schiffstaufe und ein besonderes Projekt


In den großzügigen Räumen der Crew sind sogar Harener Motive zu sehen.


Die Brücke: Der Kommandostand der Rike J wurde von den Gästen besonders inspiziert. 


Container, wohin man schaut: 1208 dieser Boxen kann die Rike J transportieren. 
Fotos und Video: Hermann Garrelmann/Emsblick Stadtmagazin