Wiederum ein Klassiker im Harener Dom: Das Neujahrskonzert mit dem Veenkoloniaal Symphonic Orkest (VKSO).
Für viele Liebhaber klassischer Musik, aber auch für Freunde gut intonierter Filmmusiken, gehört das Neujahrskonzert in Haren zum Jahresauftakt. So, wie der Glückwunsch, den sonst Uli Schepers als Vereinsvorsitzender entbot: "Vääl Glück un Sägen in’t näije Joahr“. Der plattdeutsche Neujahrswunsch entfiel ebenso wie die Begrüßung durch Schepers, der sich bekanntlich vom Vorsitz zurückgezogen hat.
Dafür trat Rüdiger Ebert als Moderator ans Mikrofon, um die Gäste des Konzerts zu begrüßen. Als Konstante blieb aber das Orchester. Das Veenkoloniaal Symphonic Orkest aus den Niederlanden ist eben eine feste Größe, auch was die musikalische Qualität betrifft. Doch auch beim Orchester war etwas fremd: Dirigent Lubertus Leutscher, er hatte eine feine Mischung aus Klassikstücken und bekannten Filmmusiken zum Programm des diesjährigen Auftritts zusammengestellt, griff, leicht gehandicapt, sitzend zum Dirigentenstab.
Das tat dem Auftritt der Musikerinnen und Musiker keinen Abbruch. Zum Auftakt wurde aus dem hinteren Kirchenraum von St. Martinus ein Klangteppich von Monteverdis „Orpheus“ ausgelegt, der sich bis zum Finale mit Offenbachs fast gleichnamigen Stück über Orpheus in der Unterwelt erstreckte. Nicht zu vergessen die fulminante und erwartete Zugabe, die die Gäste an die „Schöne Blaue Donau“ entführte. Begeisterter stehender Beifall zum Schluß zeigte erneut: Das Neujahrskonzert im Harener Dom ist nach wie vor eine feste kulturelle Größe.
Über reichlich Beifall konnte sich auch der Gesangssolist des Konzertes freuen. Als Henrik Enger Holm seine Tenorstimme zu den Klängen des Orchesters erhob und singend bekannte, „Treu sein, das liegt mir nicht“, hatte er nicht nur die Zuhörerinnen für sich gewonnen. Sein zweites Bekenntnis: „Dein ist mein ganzes Herz“ fand ebenso begeisterte Zustimmung wie sein „Parlami d‘amore Mariu“, (wörtlich "Sprich mit mir über die Liebe, Mariù"), einem populären italienischen Liebeslied, mit dem er seine volle gesangliche Ausdruckskraft nochmals bestätigte.
Das Orchester dokumentierte erneut, dass es die Ansprüche aus Klassikstücken von Strauß, Lehar und Händel ebenso erfüllt wie denen der klanggewaltigen Version von „Main Theme“ aus dem Musical “Jurassic Park“ und dem Starwars-Stück „Across The Stars“, ebenso von J. Williams komponiert. Unter dem Gewölbe der Martinuskirche lässt sich also trefflich Musik aller Art genießen. Viele Gäste gingen am Ende das Konzert in der Hoffnung, diesen Genuss auch im kommenden Jahr angeboten zu bekommen.