Quelle: Openstreetmap
Auf eine endgültige Lösung im Bereich der Lambertsbrücken im Zuge der Landesstraße 47 müssen die Autofahrer wohl noch fünf Jahre warten. „Aus heutiger Sicht kann eine mögliche Fertigstellung voraussichtlich für 2031 anvisiert werden“ heißt es derzeit. Das wird aus einer Anfrage des Emsblick beim Straßenbauamt Lingen deutlich. Ähnlich lautende Antworten gibt es auch auf eine Kleine Anfrage, die die hiesige Landtagsabgeordnete Lara Evers stellte.
Kurzer Rückblick: Im Dezember 2019, also vor gut sechs Jahren, hatte die Straßenbaubehörde des Landes Niedersachsen nach einer Brückenprüfung Schäden an dem Jahrzehnte alten Hauptbauwerk der Lambertsbrücken festgestellt und das zulässige Gesamtgewicht auf 16 t beschränkt. Im Juli 2020 folgte die Sperrung für den gesamten Schwerlastverkehr. Weil sich die Schäden auch danach noch vergrößerten, und die Straße immer wieder widerrechtlich genutzt wurde, erfolgte 2021 die komplette Sperrung aller Brücken.
Die CDU Meppen, die sich damals intensiv mit dem Thema beschäftigte, forderte angesichts der Lage mit Nachdruck eine Priorisierung des Neubaus der Brücke, sodass dieser, anders als seinerzeit geplant, nicht erst 2024 begonnen werde, so CDU-Vorsitzender Arne Fillies damals: „Eine Fertigstellung erst im Laufe des Jahres 2026 ist in keiner Weise akzeptabel.“
Im Mai 2025 wurde dann bekannt: „Derzeit erfolge noch „eine umfangreiche Variantenuntersuchung für verschiedene Lösungsmöglichkeiten zur Wiederherstellung der Bestandstrasse.“
Dieser schon damals als vorläufig bezeichnete Zeitplan kann offensichtlich nicht mehr eingehalten werden, da man sich bislang noch für keine Variante entschieden und den damit verbundenen Genehmigungsprozess noch nicht begonnen hat. Erst nach Erlangung des Baurechts kann die bauliche Umsetzung terminiert werden.
Dies wird nach übereinstimmender Information aus dem Landtag und seitens der Straßenbaubehörde wohl noch dauern: „Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) strebt an, die laufenden Planungs- und Variantenprüfungen zur L 47 zwischen Meppen und Twist voraussichtlich bis Ende 2026 abzuschließen, um belastbare Aussagen zu Bauablauf, Kosten und Fertigstellung geben zu können. Im Anschluss ist beabsichtigt, die L 47 während der Laufzeit des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) aus den dort enthaltenen Finanzmitteln instand zu setzen.
Dazu heißt es konkret: „Es ist zu erwarten, dass ab Vorliegen der Vorzugsvariante noch ein Planungszeitraum von ca. 2,5 Jahren bis zur Erlangung des Baurechts erforderlich wird. Die Bauzeit wird sich je nach Vorzugsvariante auf ca. 2 bis 2,5 Jahre belaufen. Aus heutiger Sicht kann eine mögliche Fertigstellung voraussichtlich für 2031 anvisiert werden. Als ein wesentlicher Einflussfaktor auf den Zeitplan wird das Verfahren zur Erlangung des Baurechts eingeschätzt.“ Ergänzend heißt es dazu: Insbesondere der Ersatzbau für die Lambertsbrücken ist priorisiert und wird nach Abschluss der Planung sowie Vorliegen der planungsrechtlichen Voraussetzung umgesetzt werden.
Also müssen sich die über 11000 Verkehrsteilnehmer, die vor der Sperrung gezählt wurden, wohl noch fünf Jahre (oder mehr) mit dem 1,2 Mio teuren Provisorium behelfen. Dies Herstellung dieser als Bypass bezeichneten Übergangslösung, die nicht hochwasserfrei ist, hat nach Angaben der Leiterin des Straßenbauamtes Lingen, Hannah Timmer, dazu geführt, dass aus dem Planungsprozedere „der Druck rausgenommen“ wurde. Gleichwohl waren schon verschiedene geotechnische Untersuchungen durchgeführt und unterschiedliche Ausbau- und Sanierungsvarianten geprüft, die sich „dem Vernehmen nach“ (so der Wortlaut der Antwort auf die aktuelle Anfrage) derzeit in verschiedenen Planungsstadien befinden.
Zur Frage, welche vorläufigen Kostenannahmen gegebenenfalls für die unterschiedlichen möglichen Maßnahmen an der L 47 bestehen und inwieweit diese im Rahmen des Zukunftsprogramms Infrastruktur - insbesondere des vorgesehenen 500-Millionen-Euro-Ansatzes für Straßen und Brücken - berücksichtigt werden könnten, bleibt die Antwort vage: „Derzeit werden die erforderlichen Maßnahmen an der Strecke sowie verschiedene Varianten für Brücken untersucht. Erst nach dieser Vorbereitungsphase können belastbare Informationen zu den Kosten dieser Maßnahmen gegeben werden.“
Und wenn tatsächlich in 2031- je nach Variante - die Brücken neu gebaut sind und die Straße neu erstellt wurde, sind ja erst ein Dutzend Jahre ins Land gegangen, um Brücken zu ersetzen, die als marode erkannt wurden.