Ausstellung zu "JANOSCH" – Ein Künstler, der Menschen glücklich macht

Geschrieben am 02.03.2026
von hg


Ausstellung zum 95. Geburtstag, vom 8. März bis 2. April 2026 in der Galerie Atelierspuren, Meppen-Bokeloh

Er ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten Kinderbuchautoren des 20. Jahrhunderts und wird am 11. März 95 Jahre. Kein deutscher Schriftsteller und Illustrator hat Kinder und heutige Erwachsene so geprägt wie Janosch mit seinen Kinderbüchern wie „Oh, wie schön ist Panama“ oder „Post für den Tiger“. Neben seiner Tätigkeit als Autor ist Janosch als freischaffender Künstler tätig.

In einer Geburtstags-Sonderausstellung zeigt das Ehepaar Hannelore und Peter de Hoogd in seiner Galerie mit über 100 Werken, darunter einzigartige Unikate, von Janosch handkolorierte Farbradierungen, seltene Frühwerke und neue handsignierte Grafiken, die künstlerische Seite von Janosch. Dabei steht weniger die „Tigerente“ als vielmehr ihr „Vater“ Janosch im Mittelpunkt. Seine detailreichen Bilder geben Einblicke in das künstlerische Schaffen des populären Illustrators und haben etwas ausgesprochen Sympathisches, aber auch Hintergründiges. Eine Mischung aus Realität, Erfindung, Liebenswürdigkeit und Schabernack, Schalk und Ermahnungen.

Mit seinem unnachahmlichen Stil, einer charakteristischen Bildsprache und fantasievollen Zeichnungen zieht er nicht nur Kinder, sondern auch kunstinteressierte Erwachsene in seinen Bann. Seine Zeichnungen, Illustrationen und Geschichten wurden mit angesehenen Literaturpreisen und zahlreichen Kultur-, Kunst- und Filmpreisen ausgezeichnet. 1993 bekam Janosch das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen verliehen.

Der künstlerische Anspruch in den Janosch Illustrationen ist bis heute sehr ausgeprägt. Sein unverwechselbarer Stil ist in Radierungen, Aquarellen und Leinwandarbeiten erkennbar. Seine Werke sind voller humoristischer Details, die aber auch Kritik an der Gesellschaft zum Thema haben. Seine Farben unterstützen die jeweilige Thematik und haben starken Symbolcharakter. Ein wichtiges Element in seinen Bildern ist die Sprache: Gedanken, Sprüche und Konversationen sind in die Bildkomposition mit eingebunden, als Teil des Ganzen. Auch mitten im Raum, als Schild oder Sprechblase, sind die Sprachelemente ein wichtiges Stilmittel in Janoschs Arbeiten.

Erst 1977 entstanden die ersten Radierungen von Janosch und bis heute sind es über 400 geworden. Der absichtlich ein wenig krakelige, doch letztlich sichere Strich beim Umriss der Figuren ist für Janosch die wichtigste Grundform - kaum mit Binnenzeichnung versehen, nur ein paar dichte Strichlagen beim Haar oder bei den Stoffmustern. Doch auf die ihm von seiner Malerei her vertraute Farbe möchte Janosch nicht verzichten. So werden die mit der Radierung vorgegebenen Umrisse handcoloriert und so mit Farben belebt.

Janosch’s bewegte Lebensgeschichte begann 1931 als Horst Eckert in Polen, in einem Elternhaus, in dem Alkohol und Schläge dominierten. 1944 erhielt er eine Lehrstelle zum Schmied und arbeitete in einer Schlosserei. Heute behauptete Janosch, dass es seine beste und allerwichtigste Zeit im Leben war, denn man brachte ihm den wichtigsten Satz bei: Es gibt nichts, was nicht geht.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Heimkehr seines Vaters 1946 flüchteten seine Eltern mit ihm nach Westdeutschland. Janosch lebte 15 Jahre in Bad Zwischenahn, arbeitet in Textilfabriken, besuchte eine Textilfachschule in Krefeld und nahm an einem Lehrgang für Musterzeichnen bei dem Klee-Schüler Gerhard Kadow teil. Nach einem Aufenthalt in Paris zog er 1953 nach München und begann ein Kunststudium an der Akademie der Bildenden Künste, das er jedoch nach einigen Probesemestern wegen „mangelnder Begabung“ abbrechen musste. Danach arbeitete er als freischaffender Künstler und begann 1956 seine schriftstellerische Tätigkeit im Feuilleton. Ein Freund riet ihm, aus seinen Zeichnungen ein Kinderbuch zu machen, und sein Verleger, sich „Janosch“ zu nennen. 1960 erschien sein erstes Kinderbuch „Die Geschichte von Valek dem Pferd“ und 1970 sein erster Roman „Cholonek“ oder „Der liebe Gott aus Lehm“. 1985 und 1989 wurden seine Geschichten als „Janoschs Traumstunde“ fürs Fernsehen produziert.

Janosch zeichnet und schreibt jedoch nicht nur Kinderbücher. In seinen Büchern für Erwachsene verarbeitet er unter anderem Erlebnisse seiner Kindheit. Die Ablehnung gottesfürchtiger Religiosität, die Befürwortung familiärer Beziehungen, Freundschaft und die Frage nach dem Sinn des Lebens sind immer wieder Thema für ihn. Seit 1980 lebt Janosch in einem Haus in den Bergen von Teneriffa und hat dort vor drei Jahren seine langjährige Lebensgefährtin und Nachbarin Ines geheiratet.

JANOSCH sagt über die/seine Kunst. "Kunst muss beglücken, und man muss durch sie etwas erfahren, was man zuvor nicht wusste, sonst braucht man sie nicht …" Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen in Bratislava, Berlin, Bonn, Hamburg, München, Berlin, im Wilhem Busch-Museum Hannover und weiteren namhaften Galerien gezeigt.

Die Galeristin Hannelore de Hoogd ist stolz darauf, diese faszinierenden Arbeiten eines außergewöhnlichen Künstlers dem Emsland zugänglich zu machen. Dabei freut sie sich ganz besonders auf das Interesse von Familien mit Kindern, Kindergärten und Schulen, denen sie das Leben und die Bilder Janosch gerne bei einer Führung näher bringt.

Sonderöffnung am Sonntag, 29. März von 14 bis 18 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, jeweils14 bis 17 Uhr und nach telefonsicher Vereinbarung