Die beiden Gefängnisseelsorger Ulli Schönrock und Heinz-Bernd Wolters (von links nach rechts) freuten sich, die Auszeichnung von dem Geschäftsführer der BINGO-Umweltstiftung Karsten Behr (rechts) entgegen zu nehmen
Imkerkurs der JVA Meppen wird „Projekt des Monats“ der Bingo Umweltstiftung
Bienen, Bildung und Begegnung hinter Gittern
Seit 2024 summt es in der JVA Meppen nicht nur auf dem Anstaltsgelände, sondern auch im übertragenen Sinne: Ein gemeinsamer Imkerkurs bringt Gefangene und Bedienstete zusammen. Was als kleine Idee begann, hat sich zu einem erfolgreichen Umweltbildungsprojekt entwickelt. Jetzt wurde „Vom Blütenzauber zu Gittergold“ von der Bingo-Umweltstiftung zum „Projekt des Monats“ gekürt.
Die Idee entstand nach der Fertigstellung des Kirchgartens, der im Rahmen einer GaLa-Bau-Maßnahme gestaltet worden war. Bei der Eröffnung kam schnell der Gedanke auf: Zu diesem schönen Ort gehören Bienen. Die Seelsorger Heinz-Bernd Wolters und Ulli Schönrock griffen die Idee auf. Nach der Zustimmung der Anstaltsleitung wurde der erste Imkerlehrgang ausgeschrieben – mit überwältigendem Interesse. Statt der erwarteten 20 meldeten sich 54 Personen. Schließlich konnten 25 Gefangene und Bedienstete am ersten Kurs teilnehmen. Weitere werden folgen.
Bei der kleinen Feierstunde zur Auszeichnung waren zahlreiche Gäste dabei, darunter Domkapitular Ulrich Beckwermert, Superintendent Dr. Bernd Bauer und Landtagsabgeordnete Andrea Kötter. Auch viele Ehrenamtliche, die sich in der JVA engagieren, waren vor Ort. Für die Bingo-Umweltstiftung kamen Geschäftsführer Karsten Behr und Projektleiterin Christine Diemling – und sie hatten nicht nur die Urkunde im Gepäck: Mit der Auszeichnung sind 1.000 Euro Preisgeld verbunden.
Behr lobte das Projekt als „Umweltbildung in einem besonderen Umfeld“. Gerade viele kleine Initiativen würden den Naturschutz voranbringen. Das Preisgeld soll nun in den laufenden Imkerkurs und weitere Projekte fließen.
Kursleiter Hermann Hüsers, der die Lehrgänge gemeinsam mit Rolf Krebber betreut, ist besonders von der Zuverlässigkeit der Teilnehmenden beeindruckt. Imkerwissen verbindet dabei ganz unterschiedliche Bereiche: vom Bau der Bienenwohnungen über den Umgang mit den Tieren bis hin zu Hygiene und Honigabfüllung.
Auch Beckwermert weiß als selbst Imker um die Faszination der Honigbienen. „Wir können von den Bienen lernen“, sagte er. Wer beobachte, wie die Tiere gemeinsam Probleme lösen, könne daraus auch für das eigene Leben etwas mitnehmen. Als passendes Geschenk brachte er ein Glas selbst produzierten „Läuferhonig“ mit. Seine Empfehlung für schwierige Prüfungen und Herausforderungen: zwei Honigbrote – für Kraft und Ausdauer.
So verbindet das Projekt Natur, Handwerk und Gemeinschaft – und zeigt, dass selbst hinter Gefängnismauern Neues wachsen kann.