5 Tage und 1.164 km für einen guten Zweck im Sattel: Vier Vollzugsbeamte im Einsatz für das Kinderhospiz Löwenherz
Das Kinderhospiz Löwenherz mit Hauptsitz in Syke kümmert sich am Standort Lingen nicht nur um schwerstkranke Kinder, sondern auch um deren Geschwister und Familien. Gemeinsam werden sie ehrenamtlich auf ihrem oft schweren Weg begleitet. Dabei wird so mancher Höhepunkt organisiert, die ihnen ein Lächeln in die Gesichter zaubern.
Bereits vor zwei Jahren nutzten Kolleginnen und Kollegen der JVA Meppen beim Meppener Citylauf die Chance, um bei dem Sponsorenlauf viele Kilometer für den guten Zweck zu erlaufen und am Ende einen Scheck an das Kinderhospiz Löwenherz zu überreichen. Nun hatten vier Justizvollzugsbeamte die auf den ersten Blick verrückt anmutende Idee, eine weitere Benefizaktion anzugehen. Unter dem Motto „Pro Bono Justitia“ – „Für das Gute durch die Justiz“ stellten sie sich einer extremen Herausforderung: In nur fünf Tagen wollten sie auf ihren Rennrädern die über 1.100 Kilometer bis zum Gardasee bezwingen – komplett aus eigener Muskelkraft und ohne E-Bike-Unterstützung.
„Die Familien der erkrankten Kinder und auch die erkrankten Kinder selbst leisten sehr viel, weil Krankheiten bekämpft werden sollen, aber auch den Geschwisterkindern ein Familienleben ermöglicht wird. Wir wollen mit dieser Aktion diese Familien unterstützen“, so Dieter Rolfes, einer der vier Akteure, die für den guten Zweck in die Pedale traten. Viele Sponsoren konnten gewonnen werden, denn die gute Sache stand von Anfang an im Mittelpunkt.
Viele Zuschauer beim Start
Am 20.06.2026 ging es los. Der Startschuss für die Mammut-Tour fiel in Dalum. Was die vier Radfahrer vorab nicht wussten: Zahlreiche Kollegen, Familienmitglieder, Freunde und Vertreter von Löwenherz waren gekommen, um die Abfahrt gebührend zu begleiten.
Auf der langen Fahrt zum Gardasee gab es neben diversen Reifenplatzern, unbarmherziger Hitze und brennenden Muskeln aber auch wundervolle Landschaften und großartige Begegnungen. Gleich am ersten Abend, als die vier ihre Unterkunft ansteuerten, hatten bereits alle Geschäfte geschlossen. Auf einem Sportplatz waren jedoch einige Fußballfreunde versammelt, um gemeinsam das WM Spiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste zu schauen. Als die Radler fragten, ob sie vielleicht ein paar Getränke abkaufen könnten, wurden sie mit offenen Armen empfangen. Man schaute nicht nur zusammen das Spiel: Die Geschichte der vier Justizbeamten berührte die Sportfreunde so sehr, dass spontan ein Hut herumging und den Fahrern ein hübscher Betrag als Spende überreicht wurden.
Aufhören? Keine Option!
Je mehr Kilometer auf dem Tacho standen, desto größer wurde das Interesse von Freunden, Kollegen und Familien, die die Tour über den Social-Media-Kanal der JVA Meppen verfolgten. „Immer wieder wurden wir gefragt, wo man spenden kann“, so Marko Mohr. Und so stieg die Spendensumme unaufhaltsam weiter. „Wenn auf einmal jeder weiß, was du vorhast, willst du auf den letzten Kilometern erst recht nicht einpacken“, schmunzelt Lennart Heege. Also ging es weiter. Kilometer für Kilometer. Steigung für Steigung. Immer das Ziel vor Augen.
Einige Reifen mussten unterwegs geflickt, einige Blessuren verarztet werden, doch all das wurde gemeinsam gemeistert. Am Ende erreichten die vier glücklich den Gardasee. Die Belohnung am Abend? Eine wohlverdiente Pizza. Und am nächsten Tag ging es zur Regeneration nicht in die Eistonne, sondern direkt in die Fluten des Gardasees.
Scheckübergabe am vergangenen Freitag
Am vergangenen Freitag trafen sich die Radfahrer mit einer Vertreterin des Kinderhospizes Löwenherz (Stützpunkt Lingen). Für die beeindruckende fünfstellige Spendensumme, die letztendlich auf dem Scheck stand, bedankten sich die Akteure herzlich bei allen Sponsoren, die das Projekt im Vorfeld unterstützten, sowie bei allen Spendern, die die Summe über die fünf Tage hinweg in die Höhe trieben.
Am Ende stand das überwältigende Ergebnis von 15.656,00 €!