Schülerin aus Meppen gewinnt Plakatwettbewerb gegen das Rauschtrinken

Geschrieben am 12.05.2026
von hg


bunt statt blau“: Unter diesem Motto beteiligten sich im Frühjahr bundesweit mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler am Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit gegen das sogenannte Rauschtrinken bei Jugendlichen. In Niedersachsen kommt das beste Plakat für die Präventionskampagne der Krankenkasse von der 17-jährigen Adriana Bezmenova aus Meppen. Sie setzte sich gegen rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Land durch und wurde zusammen mit den weiteren Landessiegerinnen und -siegern in Hannover geehrt. Sozial- und Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi übernahm für die Aktion in Niedersachsen die Schirmherrschaft.

Mein Plakat zeigt eine Tänzerin am Abgrund – sie balanciert zwischen Gefahr und Freiheit. Das Bunte steht für Lebensfreude und schützt sie, es spiegelt sich auch in den Häusern der Stadt wider. Gleichzeitig sieht man, dass sie schon Erfahrungen mit Alkohol gemacht hat – die blauen Flecken stehen dafür. Trotzdem überwiegt das Bunte: Es zeigt, dass man sich für das Leben, die Freude und gegen den Alkohol entscheiden kann“, so beschreibt Adriana Bezmenova ihr Kunstwerk, mit dem sie an dem Wettbewerb teilgenommen hat. Mit ihrer beeindruckenden Arbeit gewann die 17-jährige Schülerin aus Meppen den Hauptpreis von 300 Euro. Der zweite Platz ging an die 17-jährige Carmen Schlüter und den dritten Rang belegte Leonie Plaggenborg (16). Alle drei Schülerinnen besuchen das Gymnasium Marianum in Meppen. Der Sonderpreis „Junge Talente“ ging an die 12-jährige Daria Dikhtiar aus Hannover.

Es ist ein gutes Zeichen, dass die Zahlen des Rauschtrinkens weiter gesunken sind. Allerdings sind es jedes Jahr immer noch zu viele junge Menschen, die zu viel Alkohol konsumieren Wir müssen Kinder und Jugendliche frühzeitig schützen und sie aktiv aufklären, dass es keinen gesunden Alkoholkonsum gibt. Alkohol ist ein Zellgift, das ab dem ersten Tropfen wirkt, und besonders schädlich für Heranwachsende in der körperlichen Entwicklung wirkt. Aus suchtpräventiver und gesundheitspolitischer Sicht sollte Alkohol erst ab 18 freigegeben werden. Das Konzept des begleiteten Trinkens ab 14 Jahren sehe ich kritisch. Niedersachsen hat sich deswegen im vergangenen Jahr im Bundesrat für eine Abschaffung des begleiteten Trinkens ausgesprochen.

Bei der Kampagne ‚bunt statt blau‘ werden die Gefahren durch Alkohol auf künstlerischem Wege widergespiegelt und erreichen so die junge Zielgruppe viel eher. Für diesen wichtigen Wettbewerb habe ich gern erneut die Schirmherrschaft übernommen“, betont Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung.

Weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus

In Niedersachsen ist laut Statistischem Landesamt die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent auf 726 Kinder gesunken. Bundesweit mussten 2024 rund 8.700 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs in deutschen Krankenhäusern behandelt werden. Das waren 5,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit diesem deutlichen Rückgang verzeichnete das Statistische Bundesamt 2024 den niedrigsten Stand von Klinikbehandlungen aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung seit 2001.

Erfreulicherweise hält der positive Trend mit weniger betroffenen Kindern und Jugendlichen weiter an“, sagt Dirk Vennekold, DAK-Landeschef in Niedersachsen. „Aber jeder junge Mensch, der mit einer Alkoholvergiftung in der Klinik landet, ist einer zu viel. Durch Aufklärung wollen wir Mädchen und Jungen auf die Risiken des Rauschtrinkens hinweisen. Deshalb setzen wir gemeinsam mit der Landesschirmherr Dr. Andreas Philippi unsere erfolgreiche Alkohol-Präventionskampagne ‚bunt statt blau‘ fort.“

Selbstgestaltete Plakate wirken

Die Plakate, die Schülerinnen und Schüler bei „bunt statt blau“ gestalten, sind für Gleichaltrige besonders eindrucksvoll: Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hat in einer umfangreichen Studie die Wirkung der selbst gemalten Plakate im Vergleich zu konventionellen Warnhinweisen untersucht. Demnach verstärken die von Kindern und Jugendlichen gestalteten „bunt statt blau"-Plakate bei jungen Menschen die Wahrnehmung, dass Alkoholkonsum schädlich ist. Sie haben eine stärker sensibilisierende Wirkung als traditionelle, eher an Erwachsene gerichtete, Warnhinweise.

Im Mai wählt eine Bundesjury mit dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung Prof. Dr. Hendrik Streeck, dem DAK-Vorstandschef Andreas Storm und Leiter des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) Prof. Dr. Reiner Hanewinkel die Bundesgewinnerinnen und Bundesgewinner 2026. Die Bundessiegerehrung findet am 2. Juni in Berlin statt.

17 Jahre „bunt statt blau“

bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ 2026 ist bereits die siebzehnte Auflage des kreativen Plakatwettbewerbs. Insgesamt haben seit 2010 mehr als 149.000 Schülerinnen und Schüler an der Aktion teilgenommen, die im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung als beispielhafte Präventionskampagne genannt wird. Sie ist seit April 2010 von der Europäischen Kommission zertifiziert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.