Noch kurz vor Beginn der Veranstaltung mussten zusätzliche Plätze hergerichtet werden. Dann aber legten sie los, die in Blau gekleideten Shantysänger vom MGV Concordia. Das Müllerhaus stimmungsgerecht dekoriert, mit Fischernetzen an der Decke, Tauen und Tampen an den Stützen und natürlich mit Matjes an der Ausgabe.
„Das ist jetzt das dritte mal“, hob Ronny Senger, der Vorsitzende des Männergesangvereins Concordia an, „und nun ist das Tradition!“ Im voll besetzten Haus wollten jede Menge Süßwassermatrosen und natürlich auch viele Landratten sich den Abend mit Shantys versüßen.
Dann hieß es „Leinen los!“ und mit weiteren Stücken, die inzwischen durch die Gruppe Santiano neue Berühmtheit erreichten, zog bald maritime Stimmung ein. „Frei wie der Wind“, das passte an diesem meteorologisch fast stürmischen Abend ebenso gut wie „Hoch im Norden“.
Lange dauerte es nicht, da wippten die ersten Füße bei den Gästen im Takt, die besonders textsicheren unter ihnen sangen schon kräftig mit. Für die anderen gab es die Texte zum Mitsingen an der Leinwand. In mehreren kurzen Pausen konnten die Sangesbrüder ihre Stimmen nachölen und sich die Gäste mit weiterem Küstennebel oder noch einem Matjesbrötchen stärken.
Als Quizmaster vermittelte Senger nautisch-maritimes Wissen, fragte, was ein Speigatt oder ein Gangbordhobel sei. Letzteren mussten die Grünschnäbel an ihrem ersten Tag an Bord holen. Wenn sie dabei auf den Maurer trafen, der ein Frequenzbiegegerät oder eine Bogenschnur suchte, wussten beide, dass sie einem Scherz aufgesessen waren.
Für die MGV-Aktiven, die auf 160 Jahre ihres Vereins zurückblicken können, wie auch für die Gäste war es ein lockerer, kurzweiliger, musikalischer Abend. Bei freiem Eintritt müssen die Concordia-Sänger im kommenden Jahr wohl noch ein paar Stühle mehr bereithalten, um ihre neue Tradition weiterzuführen.

