Bei der moderierten Paneldiskussion, v.l.n.r.: Katja Mast (Parlamentarische Staatssekretärin
bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales), Fatime Cetinkaya (Geschäftsführerin der
cekaso GmbH), Dr. Uta Biermann (Abteilungsleiterin im Niedersächsischen Ministerium für
Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung) und Florian Helmich (CSO/CTO Röchling
Industrial)
Foto: Jana Legeler
Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Sie werden ausgebildet, weiterentwickelt – und im besten Fall langfristig für ein Unternehmen und eine Region begeistert. Wie das gelingen kann, stand am 2. Oktober bei Röchling Industrial in Haren im Mittelpunkt: Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft kamen zur dritten Regionalen Fachkräftewerkstatt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zusammen.
Unter dem Motto „Fachkräfteland Deutschland“ ging es um eine Frage, die Unternehmen quer durch alle Branchen beschäftigt: Wie lässt sich der wachsende Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden langfristig sichern?
Wo Zukunft konkret wird
Dass Antworten auf diese Frage nicht nur in politischen Konzepten, sondern vor allem in der Praxis entstehen, zeigte sich bereits beim Rundgang durch den Röchling-Standort. Katja Mast, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, informierte sich gemeinsam mit weiteren Gästen über die Produktion sowie über Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bei Röchling Industrial.
„Mir ist wichtig, dass wir für die Fachkräftestrategie unseres Landes mit denen reden, die Dinge besonders gut machen. Und das tut Röchling in besonderer Art und Weise“, sagt Mast.
Für sie ist klar: Der Wandel der Arbeitswelt erfordert ein Zusammenspiel verschiedener Kräfte. Demografische Entwicklung, Klimaschutz, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern die Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Ausbildung, Weiterbildung und der Gewinnung internationaler Fachkräfte.
„In Zeiten des Wandels ist es gar nicht so einfach, die richtigen Fachkräfte am richtigen Ort zu haben“, so Mast. Unternehmen müssten deshalb auch in herausfordernden Zeiten in Ausbildung investieren. Politik wiederum müsse dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen.
Ausbildung, die bleibt
Bei Röchling Industrial ist die Ausbildung seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der Fachkräftestrategie. Viele Mitarbeitende starten ihre berufliche Laufbahn im Unternehmen und entwickeln sich anschließend durch Weiterbildungsangebote kontinuierlich weiter.
Florian Helmich, CSO/CTO von Röchling Industrial, sieht darin einen entscheidenden Erfolgsfaktor: „Die Ausbildung und Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden hat für uns einen hohen Stellenwert.“
Wie nachhaltig dieser Ansatz wirkt, zeigt ein Blick auf die Belegschaft: Rund 25 Prozent der Mitarbeitenden haben ihre Ausbildung bei Röchling absolviert.
Das ist mehr als eine Zahl. Es zeigt, wie aus Nachwuchskräften langfristig erfahrene Mitarbeitende werden können – und wie wichtig es ist, Entwicklung nicht als einzelnen Schritt, sondern als kontinuierlichen Prozess zu verstehen.
„Unser Ziel ist es, die Fachkräfte von morgen auszubilden und langfristig an unser Unternehmen zu binden“, erklärt Helmich.
Ein Standort, der Perspektiven bietet
Auch die Region selbst spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Emsland bietet nicht nur Unternehmen gute Bedingungen, sondern auch eine hohe Lebensqualität. Davon profitieren Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen.
So kommt es immer wieder vor, dass ehemalige Auszubildende nach einem Studium oder ersten Berufserfahrungen zu Röchling zurückkehren. Sie bringen neue Perspektiven, zusätzliches Wissen und Erfahrungen von außerhalb mit – und verbinden diese mit ihrer Verbundenheit zum Unternehmen und zur Region.
Für Röchling Industrial ist das ein wichtiger Teil nachhaltiger Personalentwicklung: Talente frühzeitig entdecken, ihnen Perspektiven eröffnen und ihnen Gründe geben, langfristig zu bleiben.
Katja Mast, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales,
erhielt im Rahmen der dritten Regionalen Fachkräftewerkstatt bei Röchling Industrial in Haren
Einblicke in die Produktion und die Maßnahmen des Unternehmens zur Fachkräftesicherung.
Foto: Jana Legeler
Gemeinsam statt nebeneinander
Neben Ausbildung und Weiterbildung standen bei der Fachkräftewerkstatt weitere Themen auf der Agenda: gute Arbeitskultur, Digitalisierung und regionale Vernetzung. In verschiedenen Werkstattgesprächen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Herausforderungen, Erfahrungen und konkrete Lösungsansätze.
Denn eines wurde in Haren deutlich: Die Fachkräftesicherung ist eine Aufgabe, die sich nicht im Alleingang lösen lässt. Unternehmen brauchen geeignete Rahmenbedingungen, Politik braucht den direkten Einblick in die Praxis und Regionen brauchen starke Netzwerke.
Die Fachkräftewerkstatt bei Röchling Industrial brachte diese Perspektiven zusammen. Und sie zeigte, dass die Arbeitswelt von morgen schon heute gestaltet wird – mit Ausbildung, Weiterbildung, Austausch und vor allem mit Menschen, die bereit sind, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.


